Erinnerungen mit Hund - Was ich durch Hunde über Erinnerungen gelernt habe
- Samira

- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Früher dachte ich, Fotos halten Momente fest.
Heute weiß ich:
Sie bewahren Gefühle.
Manche Erkenntnisse kommen ganz leise. Nicht an einem einzigen Tag. Sondern über viele Jahre hinweg. Genau so war es bei mir.
Es gibt Bilder, die erzählen eine Geschichte.
Und dann gibt es Bilder, bei denen man Jahre später sofort wieder weiß, wie sich dieser Moment angefühlt hat.

Credits: aufgenommen von Sarah Zielke
Es gibt Momente im Leben, die verändern nicht alles auf einmal. Sie verändern die Art, wie wir die Welt sehen. Bei mir war es kein besonderer Tag. Keine große Entscheidung.
Es war ein Hund.
Blue
Schon viele Jahre bevor Blue in mein Leben kam, hatte ich die Kamera in der Hand. Ich fotografierte Pferde, Hunde und alles, was Fell hatte. Ich liebte es, besondere Momente einzufangen. Aber rückblickend war es genau das:
Ein Hobby.
Blue hat das verändert.
Sie hat aus meiner Knipserei etwas gemacht, das plötzlich eine Bedeutung hatte.
Mit Blue wollte ich plötzlich nicht einfach schöne Fotos machen. Ich wollte Erinnerungen mit Hund festhalten. Ihre Blicke. Ihre kleinen Eigenheiten.
Unseren Alltag.
Dinge, die damals ganz selbstverständlich wirkten.
Damals wusste ich noch nicht, warum mir das plötzlich so wichtig war.
Erst viel später habe ich verstanden, warum.
Als Blue drei Jahre alt war, zog Socke bei uns ein.
Er war damals schon fünfeinhalb Jahre alt und kam aus dem Tierschutz.
Eines wusste ich sehr schnell:
Er gehörte zu uns.
Die drei Jahre, die wir gemeinsam verbringen durften, waren viel zu kurz.
Und doch waren sie voller kleiner Momente, die heute unbezahlbar sind.

Spaziergänge.
Verschlafene Morgen.
Ein Blick.
Eine Berührung.
Dinge, die im Alltag oft ganz selbstverständlich erscheinen.
Als wir Socke gehen lassen mussten, wurden genau diese Bilder plötzlich unendlich wertvoll.
Nicht, weil sie perfekt waren. Sondern weil sie ihn zeigten. Genau so, wie ich ihn in Erinnerung behalten möchte.
Seit Socke weiß ich, dass Erinnerungen nicht erst dann wichtig werden, wenn jemand fehlt.
Sie sind es schon in dem Moment, in dem sie entstehen.
Macht sie, solange ihr gemeinsam lachen könnt.

Seit seiner achten Lebenswoche begleitet Tardis mich durchs Leben. Mit ihm kamen all die ersten Male zurück.
Die ersten gemeinsamen Spaziergänge.
Die ersten Abenteuer.
Neue Dinge, die wir gemeinsam lernen.
Urlaube, Ausflüge und all die kleinen Momente dazwischen.
Heute greife ich nicht zur Kamera, weil ich Angst habe, etwas zu vergessen. Ich greife zur Kamera, weil ich weiß, wie kostbar diese Zeit ist. Ich möchte Erinnerungen mit Hund schaffen, solange sie noch entstehen. Nicht erst irgendwann. Sondern genau jetzt.
Denn ich habe durch Blue und Socke gelernt, dass es oft die ganz gewöhnlichen Momente sind, die später die größte Bedeutung bekommen. Nicht die perfekten. Sondern die Echten.
Und genau deshalb halte ich sie fest.
Manchmal werde ich gefragt, warum mir Erinnerungen so wichtig sind.
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach.
Weil unsere gemeinsame Zeit nie selbstverständlich ist.
Unsere Hunde leben im Hier und Jetzt.
Sie machen sich keine Gedanken darüber, was morgen ist. Sie freuen sich über den nächsten Spaziergang, über ein gemeinsames Abenteuer oder einfach darüber, dass wir da sind. Vielleicht sollten wir Menschen uns viel öfter ein Beispiel daran nehmen.
Blue hat meiner Fotografie eine Bedeutung gegeben.
Socke hat mir gezeigt, welchen Wert Erinnerungen eines Tages bekommen können.
Und Tardis erinnert mich jeden Tag daran, sie nicht auf später zu verschieben.
Genau deshalb fotografiere ich.
Nicht, weil ich schöne Bilder machen möchte. Sondern weil ich weiß, wie kostbar diese gemeinsame Zeit ist. Ich möchte die kleinen Blicke festhalten. Das freudige Schwanzwedeln.
Die schmutzigen Pfoten nach einem Spaziergang. Das vertraute Anlehnen.
Und all die scheinbar gewöhnlichen Momente, die irgendwann zu den wertvollsten Erinnerungen werden.
Denn am Ende bleiben nicht die perfekten Bilder in unseren Herzen. Es bleiben die Bilder, bei denen wir uns erinnern, wie es sich angefühlt hat. Und genau das wünsche ich mir für jeden Menschen, der mit seinem Hund vor meiner Kamera steht.
Danke, Blue.
Danke, Socke.
Danke, Tardis.





























































































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